Ich habe einen Traum


Einen Traum von einer besseren Zukunft. Einen Traum, das Mobbing zu besiegen. Überall. In der Familie, unter Kindern, unter Müttern, unter Angestellten unter Freunden.

Denn wir leben in einer Zeit des Scheins. Es war noch nie so einfach und so verführerisch, sich selbst darzustellen. Ob es bei Instagram, Youtube, Facebook oder twitter ist. Wir wollen der Welt etwas zeigen, zeigen, wie perfekt wir sind. Natürlich reicht dass normale Leben oft nicht aus. Wir wollen ausgefallener, besser, intelligenter sein.

Die ganze gestellte Internet Perfektion, der wir tagtäglich ausgeliefert sind, führt oft dazu, dass noch mehr Ängste und Minderwertigkeitskomplexe geschürt werden und noch mehr Menschen zu Mobbern werden.

Was ist ein Bully? Ein Mensch der Macht demonstrieren möchte. Jemand der Schwache und Einzelgänger tyrannisiert. Jemand der sich auf eine ganze Gruppe andersdenkende stürzt, um sie zusammen mit einer größeren Gruppe zu tyrannisieren.

Ein Mensch, der sich nur stark fühlen kann, indem er andere schwach erscheinen lässt.

Weil er selber schwach ist. Minderwertigkeitsgefühle hat und etwas verbergen möchte. Es ist keine starke Persönlichkeit, ganz im Gegenteil. Es ist ein Mensch, der selber, viel zu lange, in der Rolle des Opfers war. Jemand der sich für etwas schämt, oder nicht weiß wie er sich richtig verhalten soll. Um seine eigene Unwissenheit oder Unsicherheit zu überspielen, greift er an. So nimmt er dem Opfer die Möglichkeit zuerst anzugreifen. Es ist ein Schutzmechanismus. Einer, der viele Opfer fordert.

Mein Traum ist es, einen Schritt zurück zugehen. Menschen dabei zu helfen, selbstbewusster zu werden.

Indem wir uns daran erinnern, dass “normal” nicht gleich schlecht ist uns “ausgefallen” nicht gleich gut ist.

Aber was heißt normal in der unseren Zeit?

Wir haben es vergessen.

Wir haben vergessen, was wirkliche Höflichkeit ist.

Wir haben vergessen was es, heißt Respekt zu haben.

Wir haben vergessen, wie man sich benimmt.

Wir werden beeinflusst von schlechten Vorbildern. Unhöflichkeit symbolisiert Macht. Dabei sollte es umgekehrt sein.

Ich bin davon überzeugt, dass man das ändern kann. Ich bin davon überzeugt, dass sich viele Menschen eine andere Gesellschaft wünschen. Dass sie einfach vergessen haben, was gutes Benehmen ist. Eingeschüchtert von zu vielen, schlechten Vorbildern.

Doch zusammen haben wir die Macht, das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Und das nicht nur in unserem Social Media Leben, sondern, in unserem richtigen Leben. Indem wir uns alle zusammen wieder darin erinnern, uns einander zu respektieren. Umgangsformen sind aus der Mode gekommen und viele beklagen sich darüber, doch nur wenige bemühen sich, ihr Wissen wieder aufzufrischen.

Um das Ziel zu erreichen, müssen sich zuerst die Erwachsenen, die Eltern, die Vorbilder verändern.

Zugegeben, manche Knigge- Ratgeber sind überaltert, oder so extravagant, dass man sie in seinem alltäglichen Leben kaum gebrauchen kann. Und nur die Formen der Höflichkeit zu kennen, schützt uns weder davor ein Bully zu werden, noch davor, ein Opfer zu werden.

Aber wenn man Umgangsformen beherrscht, seine Körpersprache kontrollieren kann, Gesprächsthemen hat und auch noch weiß, wie man sich zu den verschiedensten Anlässen kleidet, ist es ein guter Anfang.

Aber auch das reicht nicht aus, um ganze Generationen zu ändern. Eine Familie braucht mehr, als die Etikette einer Zeit zu beherrschen, in dem das Leben der virtuellen Welt, fast wichtiger erscheint, als das reale Leben.

Es gibt Traditionen, die uns Jahrhunderte begleitet haben, aber in letzter Zeit immer mehr in die Vergessenheit geraten sind. Und auch diesen Verlust, mache ich verantwortlich für die Wandlung, die unsere Gesellschaft in den letzten Jahren durchlebt.

Wir haben vergessen, wie wichtig es ist, gemeinsame Zeit zu verbringen. So oft lese ich in den verschiedenen Medien, das Wichtigste, was man verschenken kann, sei Zeit. Aber wo ist unsere Gesellschaft nur hingeraten, dass ein Geburtstag oder Weihnachten kommen muss und wir gemeinsame Zeit als ein Geschenk betrachten? Es kommt nicht nur auf die Dauer der Zeit an, sondern auch auf die Qualität der Zeit, die wir miteinander haben. Verbringt die Zeit, die ihr zur Verfügung stellen könnt, bewusst mit euren Liebsten und gebt ihnen das Gefühl, in diesem Moment, das wichtigste auf der Welt zu sein. Und vergesst niemals, ein Geschenk ist ein Geschenk von beiden. Schenkst Du jemandem Deine Zeit, schenkt er dir auch seine.

Seit Tausenden von Jahren treffen sich Menschen und essen zusammen. Nur in der heutigen Zeit, scheint es ein Luxus zu sein.

Es geht nicht nur um die Einnahme von Nahrung, es geht um die gemeinsame Zubereitung der Speisen, um den Duft, der die Küche erfüllt, um die Sicherheit, zumindest beim Essen nicht alleine zu sein. Düfte schaffen Erinnerungen. Ein gemeinsames Essen bietet die Gelegenheit, sich über die Geschehnisse der vergangenen Tage auszutauschen. Man sitzt gemeinsam am Tisch und kann sich seine Mitmenschen genau anschauen. Geht es ihnen gut? Haben sie Sorgen?

Die Erinnerung an gemeinsame Essen, Familiengerichte oder das klassische Sonntagsessen löst bei den meisten Menschen eine glückliche Erinnerung aus. Nimmt sie ihnen nicht. Denn genau die müssen wir vermehren, die kleinen Glücksmomente im Leben. Den sie geben uns Kraft, unglückliche Momente zu bewältigen.

Es geht dabei nicht, um komplizierte Gerichte, die serviert werden als wäre man in einem fünf Sterne Restaurant. Es geht dabei um Hausmannskost. Um Familiengerichte. Die mit Liebe gekocht und zusammen gegessen werden. Gerichte, die weitergegeben werden. Gerichte die Erinnerungen schaffen.

Man darf die Macht der Bildung darf nicht unterschätzen. Sie ist die größte Macht, die ein Mensch besitzen kann und die größte Waffe gegen das Mobbing. Bildung hilft uns dabei, uns eine eigene Meinung zu bilden und auch vertreten zu können. Durch Sprachen können wir andere Kulturen kennenlernen. Bücher lassen uns mit dem Umblättern einer Seite, quer durch Zeit und Raum reisen. Wir haben die Möglichkeit alles zu lernen, jede Rede die je geschrieben worden ist zu lesen, die verschiedensten Persönlichkeiten durch ihre Werke kennenzulernen, Kunstwerke von fast jedem Künstler zu sehen, und doch begnügen wir uns häufig mit unserem Facebook Startseite. Bildung hilft dabei, Geschehnisse zu verstehen, sich in andere Einfühlen zu können und für seine eigene Meinung stehen zu können.

Wir haben vergessen, aus der Geschichte zu lernen. Aber nicht nur aus der Weltgeschichte, sondern auch aus unserer Familiengeschichte. Aus Fehlern andere, kann man lernen, ohne selbst schmerzhafte Erfahrungen zu machen. Und wir alle habe Fehler in unserem Leben begangen. Sie zu verheimlichen bringt uns nicht weiter. Sie zu teilen, schützt unsere Familie davor, die gleichen Fehler zu begehen.

Liest man über das Thema Mobbing auch Bullig genannt, in Reportagen, Ratgebern oder Artikeln, geht es fast ausschließlich darum, wie sich die Opfer wehren sollen. Sie sollen sich Hilfe holen. Sie sollen zu den Lehrern, den Eltern oder den Vorgesetzten gehen. Und dann? Meistens stehen die, die helfen sollen, genauso hilflos vor der Situation wie das Opfer.

Um die Wurzel der Gesellschaft zu verändern, müssen wir die Gleichung verändern. Um die Gesellschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen, müssen wir die Variablen austauschen. Anstatt einen Weg zu finden, wie man sich vor Mobbern schützen kann, müssen wir einen Weg finden, dass es keiner mehr nötig hat, einen anderen zu schikanieren, um sich dadurch selber stark zu fühlen.

Mein Traum ist groß, aber lasst es uns zusammen versuchen.

Mit Bildung, Liebe, Güte und Respekt können wir die Welt zu einem besseren Ort machen.Für meine Tochter. Für Deine Tochter, für Deinen Sohn. Für uns.

Das ist mamapapaemma. Das bin ich.

Mein Versprechen: Jede Woche ein Thema. Eine Situation. Wie verhalte ich mich? Wie Kleide ich mich? Worüber unterhalte ich mich? Was koche ich?

Für eine Selbstbewusstes morgen.

Hoffnungsvoll und in Liebe

Lilli

Verfasst von

Ich koche immer zu viel, kann ja sein, dass plötzlich noch 20 Gäste vorbeikommen. Ich rede viel zu schnell, (liegt am griechischen Temperament) und liebe es, Partys zu schmeißen. That's all. Ach so, Gilmore Girls addict, Coffe Lover und Bücherwurm. Und natürlich MAMA! Gebürtige Berlinerin, wohne aber in Griechenland. Das war's jetzt aber wirklich.

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