Kochen, für stabile Familienverhältnisse.


Kochen ist so viel mehr, als die Aufgabe Nahrung zuzubereiten, seinen Hunger zu stillen oder seine Pflicht gegenüber der Familie zu erfüllen. Kochen ist Liebe. Oder sollte es zumindest sein.

Kochen sollte als eine Gelegenheit betrachtet werden, gemeinsame Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen. Während des Kochens kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, experimentieren und ganz nebenbei, kleine Glücksmomente zaubern. Wann, wenn nicht bei einem gemeinsamen Essen, hat man die Gelegenheit sich wirklich mit seinen Liebsten, ohne Ablenkung zu Unterhalten? Sie zu beobachten, Veränderungen festzustellen oder einfach Neuigkeiten auszutauschen. Leider essen wir in der heutigen Zeit viel zu selten zusammen und wenn, dann sind wir viel zu sehr damit beschäftigt unser Essen in die Social Media zu posten oder mit unseren Handys zu spielen, als wirklich die Zeit zu nutzen. Dabei ist gemeinsame Zeit so kostbar. Warum nutzen wir die Gelegenheit nicht um die wenige Zeit die, wie haben auch sinnvoll und liebevoll zu nutzen? Essen müssen wir doch sowieso oder?

10 einfache Fragen, mit denen Du ganz genau merkst, wie sich der andere fühlt.

Manchmal passiert es, dass alle schweigend um den Esstisch sitzen und keiner so richtig was sagt. Auf die Frage, „Wie war Dein Tag“, kommt oft auch nur eine einsilbige Antwort. Aber Du musst zugeben, die Frage ist sehr generell. Manchmal hat man einfach keine richtige Antwort. Versuch mit diesen zehn Fragen etwas mehr zu erfahren:

Es sind ganz einfache Fragen, die man eigentlich jedem stellen kann. Selbst meinen schweigsamen Mann bring ich so zum Reden! Natürlich sollst Du die Fragen nicht wie eine Checkliste abarbeiten, aber eine Frage an der richtigen Stelle hier, eine andere Frage etwas später und schon erfährst Du einiges über den Tag. Aber auch wenn Du auf eine Frage keine Antwort bekommst, so kannst Du doch viel vom Gesicht ablesen und gegebenenfalls später noch einmal vorsichtig Nachhaken.

Sollte jemand an dem Tisch von jemanden gemobbt worden sein, traut er sich vielleicht nicht davon erzählen. Weil er sich schämt, unsicher ist oder nicht als Opfer da stehen möchte. Mit den Fragen hilfst Du denjenigen dabei, nur von einem bestimmtem Erlebnis zu erzählen. War ein Mitschüler, Kollege oder ein anderes Familienmitglied gemein, ist es einfacher, zu sagen, ich fand es gemein, als XY mich einen Trottel genannt, als die ganze Geschichte zu erzählen. Manchmal einfach weil es wirklich nicht so wichtig ist und man kein großes Fass aufmachen möchte, andere Male, weil man denkt, wenn ich das jetzt erzähle, denken die anderen sie müssen etwas unternehmen und dafür bin ich noch nicht bereit. Indem Du die Fragen täglich oder wöchentlich wiederholst, kannst Du beobachten, ob es ein mögliches Mobbing Motiv gibt, bei dem Du handeln musst oder es einfache alltägliche Situationen sind. Es ist wichtig, dass alle, die am Tisch sitzen, an dem Fragespiel teilnehmen. Wenn alle die Fragen beantworten, traut sich auch jeder. Mach ein Spiel daraus. Du kannst es jeden Tag spielen, wenn Du glaubst, jemand verschließt sich, oder auch nur sonntags um einen Überblick zu behalten.

Du wirst feststellen, dass sich die Kommunikation innerhalb der Familie oder des Freundeskreises enorm verbessern wird!

Probier es aus!

Gemeinsame Essen bieten aber noch viel mehr. Sie schaffen Erinnerungen. Erinnerungen, die alles überleben. Ich schmecke heute noch die Königsberger Klopse meiner Mama auf der Zunge, auch wenn ich sie seit Jahren nicht mehr gegessen habe. Ich erinnere mich, an unseren runden Tisch, der am Küchenfenster stand, an meinen Bruder, der sie geliebt hat und an mein früheres Ich, die sie gehasst haben. Aber heute ist es eine meiner liebsten Erinnerungen, da mein Bruder, meine Mama und ich seit über zehn Jahren nicht mehr im gleichen Land wohnen und ich alles dafür geben würde, noch einmal so glücklich mit ihnen zusammen am Küchentisch zu sitzen.

Die Erinnerung wird jedoch für immer bleiben und mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Bestimmt hast Du das auch selber schon einmal erlebt, das ein bestimmtest Gericht oder ein Geschmack, dich sofort an eine Situation erinnert und Du Dich augenblicklich in eine andere Zeit versetzt fühlst.

Selbstgekochtes Essen ist etwas ganz besonderes. Jeder kennt den Spruch, „Bei Mama schmeckt es am besten“und er isst so wahr! Dabei kommt es gar nicht darauf an, ob die Mama besonders gut oder besonders ausgefallen kocht. Es kommt darauf an, dass sie mit Liebe kocht. Jeder Mensch hat Gewürze, die er fast immer benutzt oder eine ganz eigene Art, ein spezielles Gericht zu kochen. Diese einzigartige Kombination, kann niemand kopieren. So ist es auch ganz einfach, jemanden für immer in Erinnerung zu bleiben, denn alles was es braucht, ist ein spezielles Gericht, ein bestimmter Duft und schon reist man in der Zeit und erinnert sich an Menschen, von denen man glaubt sie schon längst vergessen zu haben. Selbst wenn man mit jemanden zerstritten ist, so kann ein Gericht eine glückliche Erinnerung wachrufen. Und eigentlich geht es doch um sie oder? Um die glücklichen Augenblicke, die wir erleben.

Kochen ist Liebe, Gerichte schaffen Erinnerungen und gemeinsame Essen sind kostbar. Essen müssen wir sowieso alle, macht jeden Tag etwas besonderes draus! Es fehlt uns allen an kleinen Glücksmomente im Alltag! Nutzt einfach die Essenszeit! Außerdem schaffen sie eine Sicherheit. Die Sicherheit, dass sich die Familie zumindest einmal am Tag trifft und es Menschen gibt, die da sind und hinter einem stehen.

Aus diesem Grund habe ich mich auch bei meinem ersten Wochenthema, für das Kochen entschieden. Das halbe Leben spielt sich am Küchentisch ab, selbst die besten Partys werden in der Küche geschmissen, also sollten wir doch diesen ganz besonderen Platz auch richtig nutzen! Diese Woche gibt es also neben diesem Beitrag, der Euch einfach noch mal deutlich zeigen soll, dass ihr die Macht des Kochlöffels nicht unterschätzen sollt, noch eine Vorstellung von den wichtigsten Gewürzen und ihrer Verwendung, die Grundlagen der Tischmanieren, Ideen für einen gemütlichen Esstisch, meine drei absoluten Lieblingsrezepte und die wichtigsten Dinge die ihr immer Kühlschrank haben solltet um innerhalb von zehn Minuten einfache Gerichte zu zaubern!

Finde Spaß am Kochen, sei kein Perfektionist, sondern ein Genießer!

Habt’s lecker,

Verfasst von

Ich koche immer zu viel, kann ja sein, dass plötzlich noch 20 Gäste vorbeikommen. Ich rede viel zu schnell, (liegt am griechischen Temperament) und liebe es, Partys zu schmeißen. That's all. Ach so, Gilmore Girls addict, Coffe Lover und Bücherwurm. Und natürlich MAMA! Gebürtige Berlinerin, wohne aber in Griechenland. Das war's jetzt aber wirklich.