Kann das Aussehen das Leben eines Kindes beeinflussen?


Wenn wir nur ein bisschen auf das Erscheinungsbild achten, kann das Leben viel einfacher sein.

 

Ein gepflegtes Aussehen ist auch bei Kindern wichtig!

Heute ist wieder mein ernster Montag. Mein Tag, an dem es darum geht, wie man, wenn man sich an die gesellschaftliche Etikette hält, eventuelle Mobbing vorbeugen kann.

Letzte Woche ging es darum, wie wir Eltern mit unserem Aussehen, das Leben unserer Kinder positiv oder negativ beeinflussen können. Hauptpunkt: Unsere Individualität ist nicht ihre Individualität. Aber zu dem ganzen Text kommst du hier.

Heute geht es darum, wie wir ihnen mit ihrem gepflegtem und dem Anlass entsprechendem Aussehen, den Einstieg in die Gesellschaft vereinfachen können.

Und bevor du mich jetzt steinigst, anpassen sei furchtbar und Kinder können aussehen, wie sie wollen, hier ein paar ganz einfache Beispiele aus dem alltäglichen Leben.

Warum ist Sauberkeit bei Kindern so wichtig?

Eins möchte ich gleich vorwegnehmen. Es geht nicht darum, dass Kinder sich nicht beim Spielen schmutzig machen sollen. Sie sollen fröhlich in Matschepfützen springen, in der Erde nach Schätzen graben, und genüsslich ein Eis essen. Ein Tag, an dem ein Kind sauber nach dem Spielen nach Hause kommt, kann kein guter Tag gewesen sein. Denn schmutzige Hosen und ein Eis verschmiertes Gesicht sind Dinge die zu einer schönen Kindheit dazugehören. Frei die Umwelt erkunden, genüsslich essen und spielen bis zum Umfallen. Es ist, wie ich ihn nenne, gesunder Dreck, der Glück demonstriert. Dreck der von anderen Müttern meist nur lächelnd mit “oh da hatte aber jemand Spaß gehabt” kommentiert wird. Denn eins ist sicher. Am Ende des Tages kommt Kleidung in die Waschmaschine und Hände, Beine, Füße und Gesicht können gewaschen werden.

Was liegt denn nun hinter dieser Grenze. Was ist kein gesunder Dreck mehr? Es gibt Dinge, die müssen einfach nicht sein. Dinge die dazu führen, dass wir auf dem Spielplatz denken, och nicht der/die schon wieder. Wir sehen die Kinder und unbewusst drehen wir uns weg. Gehen plötzlich schaukeln oder machen unser Kind auf ein anderes Kind aufmerksam. Ist das Verhalten schön? Nein. Unbewusst machen wir es trotzdem. Das schlimme ist, dass das Kind, von dem wir uns abwenden, das auch mitbekommt. Es kann nichts dafür. Wir eigentlich auch nicht. Es passiert trotzdem. Dazu wie sich dieses Verhalten zu Mobbing (von beiden Seiten) führen kann komme ich später.

Punkte auf die wir alle achten sollten:

Die uns allen bekannte Rotznase. Na klar kann das immer mal passieren. Aber eine Nase muss einfach sauber sein. Es ist ganz egal, ob sie in zwei Minuten wieder schmutzig ist, dann muss man sie halt in zwei Minuten wieder sauber machen oder seinem Kind beibringen ein Taschentuch zu benutzen. Keiner möchte den Popel eines Kindes am Ärmel, am Spielzeug oder an seinem eigenen Kind haben. Darüber dass eine Rotz verschmierte Nase kein schöner Anblick ist, sind wir uns hoffentlich alle einig. Also kann so etwas wie eine banale Rotznase schon dazuführen, dass ein Kind ausgegrenzt wird. Ist doch super Schade oder?

Es gibt einen kleinen aber feinem Unterschied, zwischen Spieldreck und Dreck. Frischem Dreck und altem Dreck. Ich gehe immer nach dem Prinzip, wir verlassen das Haus so perfekt es geht. Frische Kleidung, sauberes Gesicht, saubere Fingernägel, gekämmte Haare. Egal was dann draußen passiert, es kann relativ schnell behoben werden. Ein Set saubere Kleidung habe ich für den Notfall auch immer dabei. Man weiß ja nie, was der Tag noch so bringt. Es ist ganz einfach schon zweijährigen die Grundlagen der Sauberkeit beizubringen. Das heißt zum Beispiel saubere Hände beim Essen, den gröbsten Dreck weg klopfen oder zumindest Mama Bescheid sagen, wenn der Dreck leicht aus dem Ruder läuft.

Wir sind gerade dabei der Windel adieu zu sagen. Natürlich kann da immer ein Unfall passieren. Das ist überhaupt nicht schlimm. Schlimm ist, wenn Mamas keine Ersatzkleidung dabei haben und ihre Kinder mit Pipi in der Hose herumlaufen und sich überall auf dem Spielplatz hinsetzen. Jedem kann es passieren, dass man die Ersatzkleidung mal vergisst, sie schon gebraucht wurde oder ähnliches. Dann muss man halt nach Hause sich umziehen. Oder im Notfall etwas Neues kaufen. Würdest du wollen, dass sich dein Kind auf die mit Pipi (oder schlimmeres) verschmierte Schaukel setzt? Oder das im schlimmsten Fall andere Kinder sagen ihhh guck mal der/die hat Pipi in der Hose.

Warum ist es so wichtig sich dem Anlass entsprechend zu kleiden?

Wie ihr vielleicht schon aus meinem Artikel Warum wir jeden Feiertag ehren sollten, wisst, finde ich es wichtig, jedem Anlass die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Kindern schon im frühen Alter eine gewisse Kleidungsetikette (und auch die generellen Regeln der Höflichkeit) beizubringen, empfinde ich als eine Notwendigkeit. Wir können nicht erwarten, dass sie bis zu einem gewissen Alter machen können, was sie wollen und dann, plötzlich ab einem bestimmten Alter sollen sie sich wie durch Magie bestimmten Regeln anpassen. Im Kindergarten und auf dem Spielplatz können Kinder meiner Meinung nach anziehen, was sie wollen, solange es bequem ist und praktisch zum Spielen. Wird man allerdings irgendwohin eingeladen, so finde ich, sollten auch Kinder dem Anlass entsprechend gekleidet sein. Der Gastgeber gibt sich mit einem Fest soviel Mühe, da ist es das mindeste, was wir tun können, ihn mit unserem Aussehen zu ehren. Das heißt etwas Schickeres auf einer Hochzeit, nicht unbedingt ein Jogginganzug auf einem Geburtstag, keine Weihnachtssachen zu Ostern usw. Man würde denken, Kindern fällt es nicht auf, wenn andere Kinder “unpassend” gekleidet sind, aber dem ist nicht so. Wir dürfen nieeeeee vergessen, dass Kinder auch Menschen sind! Kleine, süße unschuldige, Menschen. Aber trotzdem Menschen mit einem eigenen Charakter und einer eigenen Meinung.

Auch wenn es uns egal sein sollte, was andere über uns denken, fehlt es Kindern einfach an Erfahrungen. Das einzige, was sie wollen, ist spielen. Freunde haben. Akzeptiert werden. Und das ist einfacher, wenn man sich der Umgebung anpasst. Und wenn du jetzt denkst, das ist Humbug, dann erinnere dich an deine eigene Kindheit. Wolltest du nicht auch immer so sein wie die anderen Kinder? Einfach dazugehören? Wenn du jetzt immer noch denkst, das ist Humbug, dann denk bitte daran, dass du deinen Stil deinem Kind aufdrückst. Ein 3-jähriges Kind hat noch keinen eigenen Stil. Lass deinem Kind die Freiheit, später, seinen eigenen Stil zu entwickeln.

Aus genau diesem Grund versuche ich Emma, so normal wie möglich anzuziehen. Wenn es nach meinem Stil ginge, würde sie nur in Tütüs, Hello Kitty und Pink herumlaufen. Aber das ist mein Geschmack. Nicht ihrer. Ich versuche sie, so gut es geht, sie selber ihre Sachen aussuchen zu lassen. Das Ergebnis ist ein Kunterbunter Kleiderschrank, in dem sich Minnie Mouse und Dinos Hallo sagen und alle Farben vertreten sind.

Eine Regel gilt allerdings fast immer. Kinder müssen angezogen sein. Immer und überall. Es sei denn du bist an einem einsamen See oder Strand, wo wirklich weit und breit niemand ist. Das meine ich nicht so sehr aus Anstandsgründen, sondern viel mehr aus Sicherheitsgründen. Du bist die Mama und du musst dafür sorgen, dass die Privatsphäre deines Kindes geschützt ist. In der heutigen Zeit ist es so einfach, unbemerkt Fotos zu machen. Das muss doch nicht sein, oder? Es gibt leider immer mehr Menschen, die sich zu Kindern hingezogen fühlen. Provozieren wir sie doch nicht noch extra. Ist das krank? Ja. Es ist aber leider so und indem wir dieses Phänomen in der Gesellschaft einfach ignorieren oder denken uns passiert schon nichts, wird es leider nicht besser. Plus, du spielst nicht mit deiner Sicherheit, sondern mit der Sicherheit deines Kindes. Dir passiert nichts. Deinem Kind im schlimmsten Fall schon.

Davon abgesehen finde ich es auch nicht toll, wenn 6-jährige nackt auf dem Spielplatz sind und Emma die Genitalien beim Spielen abbekommt. Muss einfach nicht sein. Ich kann behaupten ich werde bei so etwas dezent wütend. Falls die Mama der ich vor einem Jahr in Berlin meine Meinung gesagt haben das ließt, tut mir leid, ich finde immer noch, dass eine Badehose auf dem Spielplatz das Minimum ist und die Freiheit deines Kindes in keinster Weise einschränkt!

Ein Beispiel wie Kinder reagieren, wenn ein Kind auf Grund des Aussehens ausgeschlossen wird und nicht mitspielen darf, ist mir am eigenen Leibe passiert.

Ich hasse Fasching. Ich hasse es mich zu verkleiden und finde verkleidete Menschen oft gruselig. Mein Problem.

In Griechenland wird Fasching ganz groß gefeiert. In der gesamten Faschingswoche laufen Kinder verkleidet rum. Jeden Tag, immer und überall. Als wir auf eine Geburtstagsfeier (zur Faschingszeit) eingeladen worden sind, haben wir uns nicht verkleidet. Gut die Erwachsenen waren alle nicht verkleidet aber die Kinder schon. Emma hatte ich nicht verkleidet. Als sie mit den anderen Kindern spielen wollte, haben diese nur gesagt: Nein mit dir spielen wir nicht, du bist nicht verkleidet. Hart? Ja, aber so sind Kinder! Wir leben nicht in einer perfekten Welt. Egal wie sehr wir uns das wünschen.

Hat mir mein Mamaherz geblutet? Es blutet immer noch vor schlechtem Gewissen und das Ganze ist schon fast zwei Jahr her. Aber unwissend Schütz ja bekanntlich nicht vor Schuld.

Ich wusste, dass sich die Kinder zu Fasching verkleiden. Habe mir aber keine Gedanken darüber gemacht.

Habe ich mich nächstes Jahr angepasst? Aber 1000%. Emma durfte jeden Tag zur Faschingszeit ein Kostüm anziehen.

Aber das passiert nicht nur zur Faschingszeit. Wir waren im Sommer auf einer Hochzeit. Alle Mädchen hatten Kleider oder Hosenanzüge an, waren dem Anlass entsprechend gekleidet. Ein Mädchen war im Jogginganzug da. Die anderen Mädchen haben sie gefragt, “Warum hat dir deine Mama kein Kleid angezogen?” Das ging den halben Tag so, egal wie oft wir Erwachsenen was gesagt haben. Ist das schön? Nein. Ist es gruselig, dass schon vierjährige Kinder auf Kleidung achten? Ja! Sollten wir daran was ändern: Ja! Aber nicht aufkosten unserer Kinder. Trage nicht deinen Kampf gegen die Gesellschaft auf den Schultern deines Kindes aus. Es ist noch zu klein um deinen Kampf zu kämpfen. Bring ihm lieber bei, wie man freundlich ist. Hilf deinem Kind Empathie zu entwickeln. Sodass es deinem Kind nie auffällt, was jemand anhat.

Wie das Aussehen einen zum Mobber machen kann.

Was passiert also, wenn ein Kind aufgrund seines Aussehens ausgegrenzt wird? Und wir wollen hier nicht darüber diskutieren, ob das richtig oder falsch ist. Wir müssen uns einfach bewusst machen, in was für einer Gesellschaft wir leben und unsere Kinder so gut wie möglich darauf vorbereiten und ihnen das Leben so einfach wie möglich machen.

Wenn ein Kind aufgrund von Aussehen ausgegrenzt wird, können zwei Dinge passieren:

Entweder es zieht sich zurück, grenzt sich selber noch mehr aus, wird im schlimmsten Fall von anderen Kindern gemobbt und traut sich nichts zu sagen oder es wird aufdringlich, aggressiv, versucht noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und wird im schlimmsten Fall selbst zum Mobber, einfach um sich vor möglichen Angriffen zu schützen.

Da schlimme ist, das solche Verhaltensmuster oft an einem haften bleiben und einem seine Kindheit ohne wirklichen Grund erschweren.

Und jetzt Frage ich dich, ist es wirklich so schlimm, ein bisschen auf die Gesellschaft einzugehen? Deinem Kind zuliebe?

Ich glaube nicht.

Lasst uns versuchen, freundliche, offene, tolerante, einfühlsame Kinder zu Erziehen, damit solche Texte in der nächsten Generation nicht mehr nötig sind.

Lasst unsere Kinder, Kinder sein und sie nicht dazu benutzen unsere eigene Meinung über sie, in die Welt hinauszuschreien.

Lasst uns freie, fröhliche, einfühlsame Kinder erziehen, die mit ihrem Wesen die Gesellschaft langsam zu einem besseren Ort machen. Eine Veränderung braucht Zeit und anpassen müssen wir uns immer, solange wir in Gesellschaft anderer leben.

 

 

 

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Lilli

Ich koche immer zu viel, kann ja sein, dass plötzlich noch 20 Gäste vorbeikommen. Ich rede viel zu schnell, (liegt am griechischen Temperament) und liebe es, Partys zu schmeißen. That's all. Ach so, Gilmore Girls addict, Coffe Lover und Bücherwurm. Und natürlich MAMA! Gebürtige Berlinerin, wohne aber in Griechenland. Das war's jetzt aber wirklich.

11 thoughts on “Kann das Aussehen das Leben eines Kindes beeinflussen?

  1. Wow, sorry, aber mir platzt fast die Hutschnur. Was ist das für eine Denkweise? Sind die Eltern am Ende selbst schuld, dass das Kind gemobbt wird? Sie hätten es ja sauber/besser/überhaupt anziehen können?
    Treiben wir diese Denke mal auf die Spitze: Ist die Frau doch selbst Schuld, dass sie vergewaltigt wurde, was geht sie auch mitten in der Nacht mit einem Minirock in eine Kneipe und trinkt dann auch nich Alkohol!
    Hier werden Täter-Opfer-Rollen vertausch, Opfern die Schuld zugeschoben. An Vergewaltigung, Gewalt, Mobbing oder was auch immer sind immer die Täter schuld. Immer und ausschließlich.

    Der ganze Text ist voller Handlunhsanweisungen, wie wir uns in Regeln einfügen, und Zwängen unterwerfen müssen, um uns frei entwickeln zu können. Und mit uns meine ich Eltern und Kinder. Als Kind der DDR reagiere ich auf diese paradoxe Form des “freiheitlichen” Denkens äußerst sensibel.

    Lasst uns unsere Kinder dabei unterstützen, sich zu selbstsicheren, offenen, toleranten, starken, moralischen Menschen zu entwickeln, damit sie denen, die gesellschaftliche Normen dazu ausnutzen, ihre Macht gegenüber anderen demonstrieren zu wollen, mit Entschiedenheit entgegen stellen können, ihnen den Spiegel vorhalten können und sagen: Du bist der doofe, weil du dich über anders aussehende lustig machst, nicht ich, weil ich anders aussehe.

    Wie lernen sie das? Gewiss nicht, indem wir sie in frisch gewaschene und gebügelte Watte packen, immer dem Anlass entsprechend, um sie vor Auseinandersetzungen zu schützen.

    Entschuldige, Lilli, dein Text hat mich echt sauer gemacht. Ich möchte fast hoffe, du hast ihn nicht so gemeint.

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    1. Guten Morgen! Erst einmal vielen Dank für dein Kommentar! Vor allem wenn es zum Thema Mobbing kommt, finde ich den Gedankenaustausch am wichtigsten! Zum einen, stimme ich dir in gewissen Punkten absolut zu! Unser Hauptziel sollte sein, dass unseren Kindern so etwas oberflächliches wie Aussehen überhaupt nicht auffällt. Ich finde die Gesellschaft in der wir leben nicht schön. Ich fände es auch viel besser, wenn jeder absolut frei leben könnte, so wie er möchte. Aber leider leben wir nicht in so einer Gesellschaft. Und es ist furchtbar. Wenn in meinem Text der Eindruck entstanden ist, ich würde die Opfer/Täter rollen vertauschen, dann ist das natürlich falsch. Ich möchte aber zum Ausdruck bringen, dass es manchmal besser ist, sich ein bisschen anzupassen, einfach um in dieser Gesellschaft überleben zu können. Und dann, im reiferen Alter, dass richtige zu tun. Aber immer mit dem Ziel, Menschen zu erziehen. Selbstbewusste, verständnisvolle und respektvolle Menschen. Ich stehe allerdings voll und ganz hinter meiner Meinung, dass ich finde, wenn man sich ein bisschen an die gesellschaftliche Etikette hält, es einfacher im Leben hat. Und ich finde das Leben ist schon schwer genug. Wenn es Möglichkeiten gibt es unseren Kindern etwas zu vereinfachen, sollten wir das tun. Angepasst ist nicht gleich angepasst. Es ist zugegeben eine prüde Überlegung. Aber das Thema Mobbing ist ein sehr wichtiges Thema und je mehr Überlegungen stattfinden, umso mehr Chancen haben wir, die richtige zu finden. Mein nächstes Thema ist: wie helfe ich meinem Kind Freunde auf dem Spielplatz zu finden. Das Thema aussehen habe ich geschrieben um einfach das offensichtliche und oberflächliche gleich am Anfang abzuhacken. Ich hoffe umso mehr Texte ich schreibe, umso besser wird klar was ich bezwecken möchte. Mein eigentlicher Gedanke ist es aber, dass Umgangsformen und Respekt uns helfen können unseren Gesellschaft zu verbessern.

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  2. Hallo Lilli, tut mir leid, wenn ich dich gerade mit deinem Weltbild pisacke. Du gehst hier mit einem gesellschaftlichen/moralischen Ansatz an die Öffentlichkeit, den ich einfach nicht unwidersprochen stehen lassen kann.
    Erstens erzählst du uns im Text, wir könnten unsere Kinder vor Mobbing schützen, indem wir sie “gut” kleiden. Das halte ich für Unsinn. Wer mobben will, findet Opfer, ganz gleich, wie alle angezogen sind. Und wenn man sich auf den Spielplätzen/Schulhöfen umsieht, werden nicht die dreckigsten oder die dicksten Kinder gemobbt, sondern die, die am lautesten deswegen weinen.
    Unsere Kinder zu schützen, bedeutet also meiner Ansicht nach nicht, ihnen zu zeigen, wie man sich am besten unterordnet, sondern ihnen zu zeigen, wie man sich denen, die von uns verlangen, dass wir uns unterordnen, am besten enntgegen stellt.
    Zweitens finde ich diesen Ansatz, sich in eine Gesellschaft zu fügen, die man schrecklich findet, geradezu fatal! In was für einer Gesellschaft würden wir leben, wenn alle Menschen schon immer so gedacht hätten? Wahrscheinlich würden wir noch in Höhlen hausen, die Männer bei der Jagd, die Frauen mit Kindern beim Beerensammeln.
    Fortschritt, und zwar jeder, auch sozialer oder politischer, ist nur dann möglich, wenn Menschen sich eben nicht fügen. Oder mit anderen Worten: Du kannst kein System ändern, nach dessen Regeln du spielst. Also nein, ich finde nicht, dass wir uns und schon gar nicht unseren Kindern einen Gefallen tun, indem wir uns fügen und nach Regeln spielen, die längst überholt sind oder es zumindest sein sollten.
    Und drittens frage ich mich wirklich, was für ein Vorbild du deinen Kindern abgeben willst. Sie sollen selbstbewusst werden? Aha und wo sollen sie sich das abgucken? Bei einer Mutter, die ihnen von klein auf zeigt, wie sie sich am besten unterordnen? Selbstbewusst sind Menschen, die sich ihrer Wünsche, ihres Geschmacks, ihrer Sehnsüchte bewusst sind, die bestenfalls auch noch dazu stehen und dafür sorgen, dass diese so weit es geht erfpllt sind. Das gilt auch für die eigenen Grenzen. Was aber lebst du ihnen vor? Kannst deine Wünsche ja haben, bestenfalls kennen, aber jetzt benimm dich halt erstmal gscheit, damit dich keiner deswegen hänselt. Später, wenn du groß bist, kannst du immer noch selbst wählen.
    Ja, wie denn, wenn man nie gelernt hat, wie das geht!

    Ich empfinde den ganzen Text und auch deine Antwort auf meinen ersten Kommentar als ungemein rückschrittlich und viel zu kurz gedacht. Weitere Texte von dir zu lesen… darauf habe ich allenfalls Lust, wenn ich mal wieder viel Zeit habe, eine Reaktion zu verfassen.

    Viele Grüße von einer Blase in eine fast unfassbar ganz andere

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    1. Ich bin mir jetzt nicht sicher, wer von uns in einer Blase lebt. Die Welt ist nicht perfekt. Und ich fände es fatal, unseren Kindern beizubringen die Welt wäre perfekt nur, um sie irgendwann alleine entdecken zu lassen, dass es nicht so ist. Ein Problem verschwindet nicht, nur weil wir nicht hinschauen. Ich finde es definitiv nicht verwerflich sich an gewisse Regeln der Gesellschaft zu halten. Es bringt nichts, so zu tun als würde man in einer supertollen Gesellschaft leben, wenn das einfach nicht der Realität entspricht.
      Falls Du jetzt an einem perfekten Ort lebst, wo alle Menschen offen, sensibel und frei von Vorurteilen sind, dann hast du mit deinen Ansichten natürlich recht. Leider war ich noch nie an so einem Ort. Ich schreibe in meinem Text NICHT! Wir könnten unsere Kinder durch gute Kleidung schützen! Das wäre wirklich absoluter Unsinn, da stimme ich dir 100 % zu. Ich schreibe aber, mit einem gepflegten Aussehen kann man ihnen den Einstieg in die Gesellschaft ein ganz kleinbisschen vereinfachen. Was ich mit einem gepflegtem Aussehen meine, erkläre ich ausführlich genug. Und damit meine ich nur, dass wir nicht vergessen sollen, dass Kinder Menschen sind! Es ist nicht egal, ob sie ungepflegt sind! Ich glaube, kein Erwachsener würde gerne mit einer laufenden Nase oder eingepinkelten Hose rumlaufen! Warum sollten Kinder das toll finden? Der einzige Punkt in dem Text, bei dem ich auf Kleidung eingehe, ist bei einem besonderen Anlass. Und ja. Ich finde es respektvoll meinem Gastgeber gegenüber mich dem Anlass, entsprechend zu kleiden.
      Ich schreibe auch nicht, dass Kinder schuld sind, wenn sie gemobbt werden, und schon gar nicht, dass man sich Mobbern unterwerfen soll!

      IIch bin der felsenfesten Überzeugung, dass wenn Kinder positive Erfahrungen in jungem Alter im Umgang mit anderen Menschen sammeln, sie später einen stärkeren Charakter haben. Sie selbstbewusster und positiver auf andere Menschen zugehen. Natürlich hilft da nicht nur ein gepflegtes Aussehen, aber es ist ein Punkt von Hunderten.

      Wo ich mit dir absolut nicht übereinstimme, ist, dass die Kinder gemobbt werden, die am lautesten weinen. Es werden meistens die Kinder gemobbt, die unsicher sind, wenig Freunde haben oder sich nicht wehren können. Und deswegen finde ich es so unglaublich wichtig selbstbewusste Kinder großzuziehen, die schon früh den Umgang und die Kommunikation mit anderen Menschen lernen. Und ja, es hilft, wenn man weiß, wie man mit andren Menschen umgehen muss. Und es hilft auch dem Selbstbewusstsein, wenn man weiß, wie man sich in bestimmten Situationen benehmen muss. Einfach um nicht aufzufallen und sich das Ganze erst einmal anschauen zu können. Danach kann man sich eine eigene Meinung bilden.

      Nicht jede Regel ist schlecht. Und nicht alles aus der Vergangenheit ist furchtbar. Wenn ich rückständig bin, weil ich mir wünsche, es würde mehr Höflichkeit, Respekt und Anstand geben, dann bin ich sehr gerne rückständig und stolz darauf.

      Wenn ich meiner Tochter beibringen kann, respektvoll zu sein, andere Menschen zu akzeptieren, wie sie sind, ihre Meinung frei zu sagen, aber in einem Ton der andere weder beleidigt oder angreift, selbstbewusst jede Situation zu meistern, dann bin ich gerne ein schlechtes Vorbild. Auch wenn das heißt ihr Grenzen zu zeigen. Und sie vielleicht nicht so frei sein kann, wie sie das gerne wäre. Den die Freiheit eines jeden Menschen endet genau dort, wo die eines anderen Menschen anfängt. Also tut es mir leid, es gibt keine wirkliche Freiheit. Respektiert man allerdings die Freiheit des anderen, hat man selber viel mehr Freiheiten.

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  3. Hallo Lilli,

    richtig, die eigene Freiheit geht genau bis zur Freiheit der anderen, nicht aber bis zu ihren Grenzen.
    Je mehr Text du schreibst, um so undurchdachter wirkt das auf mich. Du hast einen Text zum Thema Mobbing geschrieben und in diesem langen Text viel darüber, wie man Mobbing vermeiden kann, indem man sich anpasst. Das wird aus meiner Sicht nicht besser, je öfter du es wiederholst.
    Natürlich sollen Kinder lernen, die Grenzen und die Freiheiten anderer zu respektieren. Natürlich sind gute Umgangsformen im Zusammenleben mit anderen Menschen vorteilhaft. Wie du darüber schreibst, werden sie aber zum Zwang und sind kein Selbstzweck mehr.
    Du urteilst in deinem Text über die Eltern, die ihre Kinder mit laufender Nase oder vollgepinkelter Hose weiter spielen lassen, ohne zu wissen, warum das so ist und ohne zu sehen, dass es ihre Freiheit ist, in diesem Fall zu entscheiden, dass das Kind noch eine Weile weiter spielen kann. Natürlich finde ich es auch nicht schön, wenn mein Kind sich auf eine Urinverschmierte Schaukel setzt oder mit dem Schnodder anderer Kinder vollgeschmiert ist. Sie selbst kümmert das momentan noch herzlich wenig (mit 5, was für ein tolerantes Kind!) Ich weiß aber nicht, welcher Umstand die Eltern dazu treibt, die Kinder so herumlaufen zu lassen. Darum würde ich höchstens mal nachfragen, ob sie Hilfe brauchen, statt sie zu verurteilen. Taschentücher alle, hat das Kind Schmerzen beim Naseputzen? Gab es gerade einen Deal, dass das Kind noch 10 Minuten spielen kann und es dann nachhause geht, um frische Klamotten anzuziehen? Hat das Kind zum 20. Mal nicht gehört, als Mama sagte “Du musst doch mal, lass uns zum Klo gehen.” und jetzt muss es einfach mal durch diese Erfahrung durch? Wer weiß es? Und wer gibt dir das Recht, über andere zu urteilen, ohne ihre Beweggründe zu kennen?

    Es gibt Länder, in denen würde dein Kind -wenn du deine Denkweise konsequent durchziehst- ab Eintritt der Pubertät vollkommen verhüllt herumlaufen, weil es sich eben so gehört und weil sich andere durch den Anblick ihrer Haut in ihrer Freiheit beeinträchtigt fühlen. Und du würdest das durchziehen, damit sie nicht auffällt und gemobbt wird.
    Meine Welt ist auch nicht perfekt, ganz im Gegenteil. Aber sie würde noch ein kleines bisschen schlechter, wenn ich mich den Regeln anderer unterwerfen würde, ohne selbst einen Sinn für mich persönlich darin zu sehen (weil es zum Beispiel meine eigenen Grenzen sind, die ich selbst auch einhalte).

    Wir kommen nicht zusammen. Da treffen zwei komplett verschiedene Weltsichten aufeinander. Anpassung versus Selbstwahrnehmung. Leider sehe ich keinen Weg, in dein Gedankengeflecht herein zu kommen. Dafür scheinst du mir zu überzeugt von deiner Ansicht.
    Meine Absicht war nicht, dich zu kränken, dich zu beleidigen. Ich wollte nur, dass diese Öffentlichkeit, in die du deine Weltsicht hinaus geschrieben hast, sehen kann, dass es durchaus andere Wege gibt, die Welt, die Menschen um sich herum und vor allem den Umgang mit Kindern, Freiheit, der Entwicklung einer starken Persönlichkeit zu betrachten.

    So long.

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  4. Hallo Lilli, ich verfolge Deinen Blog schon länger, erst die Rezepte und jetzt Deinen ernsten Montag. Ich wollte dir nur mal sagen, dass ich das mega toll und mutig finde, dass du deinen Blog dazu benutzt, um auf das mobben aufmerksam zu machen! Ich habe den Artikel ganz anders verstanden als die Kommentare oben. Ich finde du machst nur auf das selbstverständliche Aufmerksam. Und das ist gut so. Man denkt oft als Mama nicht an alles und manchmal möchte man auch nur lesen was man schon weiß um sich zu bestätigen. Ich wollte dir nur sagen, mach weiter so!

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    1. Vielen lieben dank für deine Worte. Ich möchte mit meinen Texten nicht den Moralapostel spielen, ich beobachte und schreibe was mir auffällt und was man vielleicht besser machen kann. Es freut mich dass du es genauso verstanden hast ♥️

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  5. Liebe Lilli,
    dein Beitrag enthält interessanten Input und gute Denkansätze, leider wirkt es sehr belehrend. Ich würde dir raten, alles mehr als “deine persönliche Meinung” niederzuschreiben und es auch selbst so zu verstehen. Was für dich gilt, kann für andere ganz anders sein. Denkanstöße sind cool und gewünscht, aber niemand will sich die Welt erklären lassen – Wir sind doch alle selbst erwachsen und jeder hat einen anderen Blick auf Themen.

    Schildere gerne deine persönliche Sicht, aber hier schreibst du sehr allgemein gültig z.B. >Eine Regel gilt allerdings fast immer. Kinder müssen angezogen sein.< Auch das ist keine Regel, sondern dein persönliches Empfinden. Im Osten Deutschlands mit seiner ausgeprägten FKK-Bewegung ist man da z. B. viel lockerer. Du würdest es vielleicht nicht locker sondern bescheuert nennen, aber so ist es. Eltern sind verschieden.

    Viele Grüße aus Dresden
    Nadine

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      1. Nö, eigentlich gar nicht. Ich freue mich dass du den Text gelesen hast und eine Meinung zu dem Thema hast. Eher spornst du mich an, einen besseren Weg zu finden. Ich möchte mit meinen Texten ja etwas bewirken, aber nicht dass sich der Leser aufregt, sondern nachdenkt. Jedes Kommentar lässt mich besser werden. Hoffe ich zumindest 😂🙈

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    1. Hallo Nadine, vielen lieben Dank für dein Kommentar ❤️ Nein belehren möchte ich niemanden, es ist nur verdammt schwer über solche Themen zu schreiben ohne jemanden auf die Füße zu treten. Ich muss wirklich noch üben! Ich habe mir überlegt das ganze Thema in Etikette umzubenennen, und über Umgangsformen im 21.Jahrhundert zu schreiben. (Als persönliche Meinung) Mir ist das Thema unheimlich wichtig, aber ich habe noch keinen optimalen Weg gefunden dies richtig zu kommunizieren. Vielen Dank für dein Feedback!

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